Pfadfinder sein
Zusätzlich zu den wöchentlichen Gruppenstunden fahren wir auf Lager und Fahrten. Auf Lagern treffen wir andere Pfadfinder und bleiben ein paar Tage oder bis zu zwei Wochen auf einer Wiese und errichten dort mit unseren erlernten Techniken eine Zeltstadt. Jede*r hat die Möglichkeit das Lagerleben mitzugestalten und die Abende in Singerunden ausklingen zu lassen. „Auf Fahrt sein“ ist ein zentraler Punkt des Pfadilebens. Dabei erkundet man zunächst das Nahe Umland, aber auch unbekannte Länder. Auf Fahrt verpflegen wir uns selbst, kochen gemeinsam und schlafen auch mal unter freiem Himmel.

Jeden Morgen und Abend beginnen und beenden wir den Tag mit einer kurzen Andacht. Dies kann ein Gedanke, eine Liedzeile, ein Ereignis oder ein Bibelvers sein, über den einer von uns spricht. Jeder kann seine Gedanken frei äußern und den anderen eine Botschaft für den Tag oder die Nacht mitgeben. Niemand wird gezwungen zu beten oder sich zu äußern – wir sind offen und respektvoll gegenüber allen und nehmen jeden auf.
Die zentralen Elemente unserer Pfadfinderarbeit sind learning by doing und Jugend führt Jugend, die auf unseren Gründer Baden-Powell zurückgehen. Wir als christliche Pfadfinder folgen dem Urgedanken Baden-Powells, der insbesondere die christlichen Prinzipien wie Genügsamkeit und Verzicht betonte. Unsere Gemeinschaft lehnt Alkohol, Tabak und Drogen strikt ab. Auf unseren Fahrten und Lagern verzichten wir bewusst auf Elektronik, um uns auf die Natur und das Miteinander zu konzentrieren.
Learning by doing bedeutet, dass man lernt, indem man es einfach ausprobiert und selbst macht. So vermitteln wir Pfadfindertechniken, wie Knoten oder unsere Zelte aufzubauen oder Inhalte der Bibel und lassen sie durch die Kinder und Jugendlichen selbst entdecken. Dabei wird die Kreativität und die Fähigkeit alternative Lösungswege zu finden gefördert.
Jugend führt Jugend ist ebenfalls eine wichtige Grundlage unserer Gemeinschaft. So übernehmen die Jugendlichen schnell Verantwortung, zunächst für kleinere Aufgaben und später für eine eigene Gruppe. So beträgt der Altersabstand zwischen dem/der Leiter*in und den Gruppenmitgliedern bei den Sippen meist nur einige Jahre, wodurch die Gruppenleitung ebenfalls ein Teil der Gemeinschaft ist.
Was lernen Pfadfinder?
- In der Natur zu schlafen
- Zelte aufzubauen
- Feuer ohne Streichholz zu entfachen
- Essen zu kochen
- Knoten zu machen
- Theaterstücke und bunte Abende zu organisieren
- Musikinstrumente zu spielen und Lieder zu singen
- Gruppenspiele zu entwickeln
- Holzarbeiten und Bastelprojekte
- Tiere und Fußspuren zu erkennen
- Pflanzen zu identifizieren
- Frei vor großen Gruppen zu sprechen
- Sich im Dunkeln und ohne Kompass zu orientieren
- Himmelsrichtungen zu bestimmen
- Zu morsen
- Flöße zu bauen
- Erste Hilfe zu leisten
- Kletter- und Improvisationskurse zu besuchen
- Und vieles mehr.
Ab einem gewissen Alter machen alle Mitglieder den JuLeiCa-Schein (Jugendleitercard) und nehmen regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen teil.
